Honig und seine Heilwirkungen đŸ

Honig und seine Heilwirkungen
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Seit mindestens 10.000 Jahren dient Honig dem Menschen als Nahrungsmittel. Er galt stets als ganz besondere Köstlichkeit, denn lange Zeit war Honig das einzige sĂŒsse Lebensmittel, das es gab. Und auch die Bienen wurden aufgrund ihrer bis dahin unerklĂ€rlichen FĂ€higkeit, diese Götterspeise zu produzieren, bewundert und verehrt.

Honig schmeckte aber nicht nur köstlich, sondern verlieh den Menschen auch ganz besondere KrÀfte. So konnten beispielsweise Athleten wÀhrend der ersten Olympischen Spiele alleine durch das Trinken von Honigwasser noch nie dagewesene Höchstleistungen abrufen.

Dieser Fakt lÀsst sich leicht erklÀren, denn Honig versorgt den Körper und das Gehirn mit einer grossen Anzahl leicht verwertbarer Kohlenhydrate, die schnell in Energie umgewandelt werden.

Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker

Obwohl in hochwertigen Honigsorten bis zu 245 natĂŒrliche Inhaltsstoffe nachgewiesen wurden, besteht Honig dennoch zu 80 Prozent aus reinem Zucker.

Die durchschnittliche Zusammensetzung eines Honigs sieht wie folgt aus:

38 Prozent Fructose
31 Prozent Glucose
10 Prozent Mehrfachzucker
17 Prozent Wasser
je nach Sorte ca. 2 bis 4 Prozent AminosÀuren, Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme, organische SÀuren und sekundÀre Pflanzenstoffe
Das Fructose-Glucose-VerhĂ€ltnis bestimmt die Konsistenz des Honigs. Da Glucose im Honig schneller kristallisiert als Fructose, ist Honig mit einem hohen Glucoseanteil cremig bis fest, wĂ€hrend ein Honig mit weniger Glucose und höherem Fructosegehalt eher flĂŒssig ist.

Doch wie entsteht eigentlich Honig und welche gesundheitlichen Vorteile bringt er mit sich? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im Folgenden.

Vom Nektar zum Honig

Honigbienen produzieren ihren Honig zum ĂŒberwiegenden Teil aus dem zuckerhaltigen Pflanzensaft von BlĂŒtenpflanzen, dem Nektar. Über ihren langen SaugrĂŒssel gelangt der Nektar zunĂ€chst in die Speiseröhre und anschliessend in den Honigmagen (Honigblase), wo er gesammelt wird. Ein kleiner Teil ihres Ertrags nutzen die Bienen zur Energiegewinnung fĂŒr ihren anstrengenden RĂŒckflug zum Bienenstock. Den Rest ihrer „Beute“ ĂŒberlĂ€sst die fleissige Sammlerin dann ihren Stockgenossinnen.

Neben dem Nektar sammeln Bienen auch Honigtau, der von Laub- oder NadelbÀumen stammt. Auf diesen BÀumen halten sich verstÀrkt Schild- und BlattlÀuse auf, die mit ihren scharfen Mundwerkzeugen die Nadeln anstechen, um den Zellsaft auszusaugen. Die darin enthaltenen AminosÀuren sind das Lebenselixier der LÀuse, doch den Zucker, den sie ebenfalls mit dem Saft aufnehmen, benötigen sie nicht. Daher scheiden sie ihn zum grössten Teil wieder aus. Davon profitieren jene Bienen, die im Wald nach Nahrung suchen. Sie saugen ihn auf und bringen ihn heim.

Die Stockgenossinnen nehmen die Ernte der Sammlerinnen in Empfang. Dabei reichen sie diese von Biene zu Biene weiter, wĂ€hrend jede dieser Bienen den Nektar oder Tau ĂŒber ihren Speichel mit körpereigenen Enzymen vermengt. In der Folge dieser Weitergabe steigt der Enzymgehalt des unreifen Honigs enorm an. Ein Teil dieser Enzyme spaltet die Kohlenhydrate auf, wodurch sich auch die Zuckerzusammensetzung verĂ€ndert.

Zudem verdunstet durch die stĂ€ndige Bewegung in der warmen Stockluft das ĂŒberschĂŒssige Wasser, so dass der noch unreife Honig langsam eindickt. Er wird von den Bienen sorgfĂ€ltig auf die Waben verteilt und erst am Ende eines hochkomplexen Reifungsprozesses kann der Imker mit der Honigernte beginnen.

Honig – Die Nahrung der Bienen

NatĂŒrlich hofft jeder Imker auf eine gute Ernte, doch eine solche ist nicht nur fĂŒr ihn wichtig. Vor allem die Bienen sind auf ausreichende HonigvorrĂ€te angewiesen, denn Honig stellt die Nahrungsgrundlage fĂŒr sie und ihre Brut dar.

Anders als Wespen und Hummeln, von denen lediglich die Königinnen den Winter ĂŒberleben, versuchen die Bienen auch in der kalten Jahreszeit ihr ganzes Volk am Leben zu halten. Und um das zu erreichen, mĂŒssen sie derart viel WĂ€rme produzieren, dass selbst bei Aussentemperaturen von minus 20°C im Bienenstock die erforderliche Mindesttemperatur von 30°C bestehen bleibt. Das kostet den Bienen enorm viel Energie, doch dank angemessener HonigvorrĂ€te können sie diesen Energieverlust immer wieder ausgleichen.

So benötigt ein Bienenvolk fĂŒr die Überwinterung in Mitteleuropa etwa 25 Kilogramm Honig. Wenn die Bienen in den warmen Monaten genĂŒgend Nektar oder Honigtau sammeln konnten, produzieren sie weit ĂŒber 100 Kilogramm Honig. Ermittelt man nun den ganzjĂ€hrigen Honigbedarf eines Bienenvolkes, inklusive der Überwinterung, so bleiben in der Regel immer noch einige Kilogramm Honig fĂŒr den Imker ĂŒbrig.

Nun liegt die Entscheidung alleine beim Imker, ob lediglich der verbliebene Honig in den Verkauf gelangt oder ob den Bienen darĂŒber hinaus ein Teil ihrer Nahrung genommen und durch die ZufĂŒtterung von Zuckerwasser ersetzt wird.

Bei der industriellen Honiggewinnung wird generell maximaler Profit angestrebt, daher ist hier die Verwendung von Zuckerwasser gang und gĂ€be. Regionale Imker hingegen nutzen hĂ€ufig beide Varianten, wĂ€hrend Bio-Imker weitestgehend auf eine ZufĂŒtterung verzichten.

Konventionell oder Bio?

In der konventionellen Imkerei wird aus ProfitgrĂŒnden zu Ă€hnlichen Massnahmen gegriffen, wie sie bereits aus anderen konventionellen Tierzuchtbetrieben hinlĂ€nglich bekannt sind. Die Betriebe unterliegen nur wenigen gesetzlichen Verordnungen und werden auch nur Ă€usserst selten kontrolliert.

Daher können auch in der Bienenzucht durchaus chemotherapeutische Medikamente zum Einsatz kommen, die kĂŒnstliche Befruchtung der Königinnen ist erlaubt und auch deren FlĂŒgel dĂŒrfen beschnitten werden. All diese Praktiken sind in der konventionellen Bienenzucht möglich.

In der Bio-Imkerei sind derartige Methoden strikt verboten Kommt es in einem Bio-Imkerbetrieb tatsĂ€chlich einmal zur Erkrankung der Bienen, wie z.B. zum Varroamilben-Befall, werden ausschliesslich organische SĂ€uren zur Behandlung eingesetzt. Die gesetzlichen Vorgaben fĂŒr Biobetriebe sind umfangreich und unterliegen regelmĂ€ssigen, strengen Kontrollen.

Honig gegen Bakterien, Pilze und freie Radikale

Honig wird von je her als Arznei gegen vielerlei Erkrankungen sowie zur Wundheilung hoch geschÀtzt. Seine heilende Wirkung verdankt der Honig im Wesentlichen seiner antibakteriellen, antimykotischen sowie antioxidativen Eigenschaften, die auf verschiedenen Mechanismen beruhen.

Eine in diesem Zusammenhang massgebliche Reaktion findet bereits im unreifen Honig statt, denn hier werden stĂ€ndig kleine Mengen Wasserstoffperoxid gebildet. Dieses entsteht durch ein spezielles Enzym, das die Bienen ĂŒber ihren Speichel dem unreifen Honig zusetzen. In grösserer Konzentration wĂ€re diese Substanz zellschĂ€digend, doch in der geringen Menge entfaltet das Wasserstoffperoxid eine stark antibakterielle Wirkung.

Im reifen Honig bewirkt die hohe Zuckerkonzentration, dass Bakterien, Pilze und andere Parasiten absterben, denn diese bindet das ĂŒberschĂŒssige Wasser. Ohne Wasser können Mikroorganismen ebenso wenig ĂŒberleben wie alle anderen Lebewesen, so dass sie schliesslich austrocknen und absterben. Nur ihre Sporen sind auch ohne Wasser lebensfĂ€hig, allerdings können sie unter diesen Bedingungen nicht mehr wachsen und sich auch nicht vermehren.

DarĂŒber hinaus finden sich im Honig auch andere Stoffe, die das bakterielle Wachstum behindern. So verdankt der Honig seine heilenden Eigenschaften auch den zahlreichen sekundĂ€ren Pflanzenstoffen, vor allem aber den antioxidativ wirkenden Polyphenolen und Flavonoiden.

Doch Honig besitzt noch eine weitere, ganz wesentliche Eigenschaft: Er verhindert, dass sich pathogene Bakterien im Körper zusammenrotten und sogenannte Biofilme bilden, die es ihnen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren.

Honig blockiert demnach das Kommunikationssystem dieser Bakterien, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, sich „abzusprechen“ und als geschlossene Gruppe zu agieren. Dadurch werden sie auch deutlich anfĂ€lliger fĂŒr konventionelle Antibiotika-Behandlungen.

Honig als Heilmittel

Bakterien, Pilze sowie ein Übermass an freien Radikalen im Körper sind die Hauptverursacher zahlreicher entzĂŒndlichen Erkrankungen. Daher kann Honig mit seiner antibakteriellen, antimykotischen und antioxidativen Wirkung bei vielen entzĂŒndlichen Prozessen gute Dienste leisten. So hat sich die Verwendung von Honig bei kleineren Wunden, Hals- oder Hautproblemen, Magen-Darmbeschwerden oder Pilzinfektionen lĂ€ngst bewĂ€hrt.

Bei tiefen oder schlecht heilenden Wunden sowie bei schweren Erkrankungen ist von Selbstversuchen mit Honig allerdings unbedingt abzusehen. In diesen FĂ€llen ist eine Behandlung mit medizinischem, keimfreiem Honig durch einen versierten Therapeuten angezeigt.

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Behandlungsmöglichkeiten vor, bei denen sich der Honig als Hausmittel von seiner besten Seite zeigt.

Honig bei Husten und Halsschmerzen

Die wohl bekannteste Anwendung von Honig bezieht sich auf Husten infolge einer ErkÀltung. Zwar ist die Anti-Husten-Wirkung des Honigs in vielen Kulturkreisen bereits seit Jahrhunderten bekannt, dennoch wurde eine Vielzahl von Studien erstellt, um diese Wirkung zu bestÀtigen.

So wurde 2014 in Nigeria eine Studie veröffentlicht, in der der Husten von Kindern zwischen 2 und 18 Jahren unter anderem auch mit Honig behandelt wurde. Wenig ĂŒberraschend wirkte der Honig mindestens genauso gut wie das beliebte Hustenmittel Dextromethorphan, allerdings mit dem Unterschied, dass es sich beim Honig um ein natĂŒrliches Lebensmittel ohne Nebenwirkungen handelt.

In dieser, wie auch in zahlreichen anderen Studien, vermochte bereits ein Teelöffel Honig, vor dem Zubettgehen pur eingenommen oder in ein Glas Wasser oder warmen Tee gerĂŒhrt, den Husten spĂŒrbar zu lindern.

Honig bei kranker Haut

Der Mediziner Al-Waili aus Dubai behandelte Patienten, die unter Schuppenbildung der Haut, starkem Juckreiz, Herpes und infolge dessen auch unter Haarausfall litten, mit rohem Honig. Sie sollten den Honig mit wenig warmem Wasser verflĂŒssigen, die Mischung tĂ€glich auf die betroffenen Hautpartien auftragen und nach einer Einwirkzeit von 3 Stunden vorsichtig abwaschen. Schon nach einer Woche waren die Symptome verschwunden und LĂ€sionen begannen zu heilen.

Um festzustellen, ob tatsĂ€chlich eine Heilung eingetreten war, teilte Al-Waili seine Patienten in zwei Gruppen auf. WĂ€hrend eine Gruppe als geheilt galt und keine weitere Behandlung erfuhr, wurde die zweite Gruppe angewiesen, die Honiganwendung 1 x wöchentlich und ĂŒber einen Zeitraum von 6 Monaten fortzufĂŒhren.

In der ersten Gruppe traten bereits nach zwei Monaten erneut erste Symptome auf, wÀhrend die zweite Gruppe auch nach dem sechsten Monat beschwerdefrei blieb.

Obwohl die Verwendung von Honig lĂ€stige Schuppenbildung der Haut und unangenehmen Juckreiz lindert und bestenfalls gar beseitigen kann, bleibt generell zu berĂŒcksichtigen, dass jede Art von Hauterkrankung immer auch auf eine gestörte Darmflora schliessen lĂ€sst. Daher ist es wichtig, spĂ€testens nach Abklingen der Symptome, eine grĂŒndliche Darmsanierung vorzunehmen, damit Ihre Haut wirklich heilt und vor allem heil bleibt.

Honig bei Magen-Darm-EntzĂŒndung

Eine Magen-Darm-EntzĂŒndung, umgangssprachlich auch Magen-Darm-Grippe genannt, ist eine sehr unangenehme Erkrankung, die mit stĂ€ndigem Durchfall und Brechreiz einhergeht. Die hĂ€ufigste Ursache hierfĂŒr sind Viren und Bakterien, was ein Forscherteam aus Ägypten dazu veranlasste, die Wirkung von Honig auf Magen-Darm-Infekte zu ĂŒberprĂŒfen.

An der Studie nahmen 100 erkrankte Kindern teil, die in 2 Gruppen von jeweils 50 Kindern aufgeteilt wurden. Um dem hohen Wasser- und Mineralstoffverlust, der bei chronischem Durchfall und Brechreiz entsteht, entgegenzuwirken, erhielten die Patienten eine spezielle FlĂŒssigkeit, die vor allem Zucker und Salz enthielt und ĂŒber den Tag verteilt getrunken wurde. WĂ€hrend die eine Gruppe lediglich diese FlĂŒssigkeit zu sich nahm, wurde bei der zweiten Gruppe zusĂ€tzlich noch Honig beigemischt.

Schnell war zu beobachten, dass sich der akute Durchfall und die Übelkeit der Kinder, die die Honiglösung erhielten, deutlich verringerten. In der anderen Gruppe war hingegen noch kaum eine VerĂ€nderung festzustellen.

Die Zugabe des Honigs konnte den Krankheitsverlauf aber nicht nur deutlich verkĂŒrzen, sondern darĂŒber hinaus auch zu einer schnelleren körperlichen Regeneration sowie zur Normalisierung des Körpergewichtes der Kinder beitragen.

Honig bei Pilzinfektionen

Trotz des hohen Zuckergehalts im Honig, rĂŒckt er selbst Pilzinfektionen der Gattung Candida albicans auf den Leib. Wissenschaftler einer iranischen UniversitĂ€t konnten die antimykotische Wirkung von Honig mit einer Gruppe von 70 Frauen nachweisen, die von Scheidenpilzen betroffen waren.

Eine HÀlfte der Frauen behandelte die Pilzinfektion mit dem Auftragen einer Joghurt-Honig-Mischung, wÀhrend die andere HÀlfte eine antimykotische Creme anwendete.

Bereits nach einer Woche konnte festgestellt werden, dass die Joghurt-Honig-Mischung und die pharmazeutische Creme vergleichbare Ergebnisse erzielten. Demnach kann die Verwendung von Honig eine durchaus potente, natĂŒrliche Alternative bei der Behandlung von Pilzinfektionen darstellen.

In vitro wurde Honig bereits mehrfach auf Candida albicans angesetzt und immer kam es zum gleichen Ergebnis: Reiner Honig hemmt das Wachstum des Pilzes erheblich, wÀhrend Honiglösungen erst ab einem Honiganteil von 80 Prozent ihre Wirkung entfalten.

Honig als PrÀbiotikum

Raffinierter Zucker gilt schon lange als einer der Hauptverursacher einer gestörten Darmflora, da er die Ausbreitung von Darmpilzen fördert und eine negative Auswirkung auf das Bakteriengleichgewicht hat. Eine Àgyptische Studie befasste sich daher mit der Frage, ob dieser Effekt auch auf den ebenfalls sehr zuckerreichen Honig zutrifft.

Die Wissenschaftler beobachteten, wie sich bestimmte Schimmelpilze und deren Gifte, sogenannte Aflatoxine, auf das Wohlbefinden von MÀusen auswirken und in welcher Weise Honig die Wirkung beeinflussen kann. Dabei stellte sich heraus, dass eine hohe Konzentration von Honig als NahrungsergÀnzung Aflatoxine effektiv unschÀdlich machte. Und auch einige Pilzkulturen wurden durch Honig in ihrem Wachstum gehemmt.

Aus frĂŒheren Studien war den Forschern bereits bekannt, dass diese Effekte zum Teil auch auf der prĂ€biotischen Wirkung des Honigs beruhen, denn er dient vielen gesundheitsfördernden Darmbakterien als wertvolle Nahrung.

Anders als Haushaltszucker enthÀlt Honig noch wichtige Mineralstoffe, Vitamine und AminosÀuren. Und obwohl sie nur in winzigen Mengen vorhanden sind, liefern sie den Bakterien noch eine gute Nahrungsgrundlage, so dass sie sich schneller vermehren können. Je grösser die Anzahl der guten Darmbakterien ist umso mehr Aflatoxine können sie letztlich unschÀdlich machen.

Honig – Nichts fĂŒr SĂ€uglinge

Trotz der vielen gesundheitlichen Vorteile, die der Verzehr von hochwertigem Honig mit sich bringen kann, ist Honig fĂŒr SĂ€uglinge bis zu 12 Monaten tabu! Den Grund dafĂŒr liefert das Bakterium Clostridium botulinum, bzw. dessen Sporen, die trotz sorgfĂ€ltiger Kontrolle unbemerkt in den Honig gelangen können.

Das gefĂ€hrliche an diesen Sporen ist, dass sie beim Auskeimen ein muskellĂ€hmendes Gift produzieren. FĂŒr Erwachsene stellen sie kein Problem dar, denn selbst eine halbwegs stabile Darmflora kann das Auskeimen der Sporen verhindern.

Anders verhĂ€lt es sich bei SĂ€uglingen bis zu 12 Monaten, denn deren Darmflora ist noch nicht ausreichend entwickelt, so dass die Sporen auskeimen und ihr Gift produzieren können. Unerkannt und unbehandelt kann es beim erkrankten SĂ€ugling LĂ€hmungen der Atem- und Schluckmuskulatur bewirken und schlimmstenfalls zum Tode fĂŒhren.

Bewusster Umgang mit Honig

Auch wenn der Honig aufgrund seiner heilenden Wirkungen die perfekte SĂŒssigkeit zu sein scheint, so ist er doch kein Lebensmittel, das regelmĂ€ssig, und schon gar nicht in grösseren Mengen, konsumiert werden sollte.

Wer dennoch seinen Honigkonsum drastisch erhöhen möchte, dem sei gesagt, dass der hohe Zuckeranteil im Honig dieselben gesundheitlichen Nachteile mit sich bringt, die vom normalen Haushaltszucker hinlĂ€nglich bekannt sind. Ein Zuviel des guten Honigs kann ebenfalls die ZĂ€hne löchrig machen, die Darmflora ruinieren, die BauchspeicheldrĂŒse ĂŒberfordern und zu Übergewicht beitragen kann. Daher ist Honig stets mit Bedacht zu geniessen.

Verwenden Sie den Honig ferner weder zum Kochen noch zum Backen, denn bereits Temperaturen ab 40°C machen sĂ€mtliche gesundheitlichen Vorteile des Honigs zunichte. Daher sollte auch das Teewasser oder die Milch unbedingt auf diese Temperatur abgekĂŒhlt sein, bevor Sie den Honig dazugeben.

In der ayurvedischen Medizin gilt erhitzter Honig sogar als toxisch, denn er soll zur Verunreinigung des Körpergewebes beitragen und so EntzĂŒndungsprozesse auslösen, die dann zu unterschiedlichen Erkrankungen fĂŒhren.

Tipps zum Honigkauf

Ganz gleich, ob Sie den Honig innerlich einnehmen oder Àusserlich anwenden; Honig sollte immer von bestmöglicher Reinheit und QualitÀt sein.

Kaufen Sie daher keinen

Honig in PlastikbehÀltnissen, denn die darin enthaltenen Weichmacher finden sich letztlich auch im Honig wieder.
Billig-Honig, denn QualitÀt hat immer ihren Preis.
Import-Honig, denn er wurde in der Regel pasteurisiert (auf mindestens 75°C erhitzt) und enthÀlt hÀufig genmanipulierte Pollen. Eine Ausnahme stellt hier der Manuka-Honig aus Neuseeland dar (siehe weiter unten).
konventionell hergestellten Honig, denn hier dĂŒrfen diverse Gifte zur Verhinderung von Krankheit zum Einsatz kommen, die auch auf den Honig ĂŒbergehen können.
In Deutschland und in der Schweiz vergibt der jeweilige Imkerbund ein Siegel, das nur auf HonigglĂ€sern mit inlĂ€ndischem und unbehandeltem Honig aufgebracht werden darf. Ein Honig mit diesem Siegel grenzt sich deutlich von einem Importhonig ab und weist auf gewisse QualitĂ€tsstandards hin. So wurde dieser Honig nach der Ernte weder erhitzt noch wurden ihm Stoffe hinzugefĂŒgt oder entzogen.

Bio-Honig

Bio-Imker unterliegen besonders strengen Richtlinien und das Einhalten derselben wird regelmĂ€ssig ĂŒberprĂŒft. So können Sie beim Bio-Honig sicher sein, dass die hohen QualitĂ€tsstandards auch tatsĂ€chlich eingehalten werden.

Ein kurzer Auszug aus den Richtlinien eines Bio-Betriebes:

Das Beschneiden der FlĂŒgel der Königin ist verboten.
Die Verwendung chemischer Medikamente und Pestizide ist verboten.
Im Umkreis von drei Kilometern dĂŒrfen im Wesentlichen nur Pflanzen des ökologischen Anbaus und/oder Wildpflanzen stehen. Es dĂŒrfen sich dort weder Autobahnen, noch MĂŒllverbrennungsanlagen oder andere schadstoffausstossende Betriebe befinden.
Der Standort muss ĂŒber genĂŒgend natĂŒrliche Quellen fĂŒr Nektar, Honigtau und
Pollen verfĂŒgen sowie ĂŒber einen Zugang zu Wasser verfĂŒgen.

Die Bienen werden ausschliesslich in BienenkĂ€sten aus natĂŒrlichen Rohstoffen gehalten. FĂŒr den Ă€usseren Anstrich mĂŒssen schadstofffreie Farben verwendet werden.
Eine eventuell erforderliche ZufĂŒtterung im Winter findet mit eigenem Honig oder Pollen statt. Nur in AusnahmefĂ€llen darf Bio-Zuckersirup verwendet werden.
Zur Honiggewinnung werden nur unbebrĂŒtete, rĂŒckstandsfreie Waben verwendet.
Der Honig wird zu keiner Zeit ĂŒber 40°C erhitzt.
BlĂŒtenhonig oder Honigtauhonig

Zu den BlĂŒtenhonigen zĂ€hlt z.B. der Raps-, Klee-, Löwenzahn-, LindenblĂŒten-und FrĂŒhjahrsblĂŒtenhonig. BlĂŒtenhonige, deren Nektar im FrĂŒhling gesammelt wurde, sind meist von sehr heller Farbe, wĂ€hrend das Sammeln des Nektars bis zum Sommer hin einen immer dunkler werdenden Honig ergibt. Je heller der Honig umso milder sein Geschmack. BlĂŒtenhonige zeichnen sich durch ihr feines fruchtiges oder blumiges Aroma aus.

Zu den bekanntesten Honigtauhonigen zĂ€hlt der Waldhonig. Er besteht aus dem Tau verschiedener Laub- oder NadelbĂ€ume und ist in der Regel von sehr dunkler Farbe. Da Waldhonig weniger Glucose enthĂ€lt als BlĂŒtenhonig, bleibt er lĂ€nger flĂŒssig. Im Gegensatz zum BlĂŒtenhonig ist sein Aroma krĂ€ftig, wĂŒrzig und leicht herb.

Der Tannenhonig gilt als der König unter den Waldhonigen, denn er ist aufgrund der eher kleinen TannenbestĂ€nde fast schon eine RaritĂ€t. Sein Geschmack ist wĂŒrzig, versehen mit dem unverkennbaren Tannen-Aroma.

Manuka – Der Ausnahme-Honig

Manuka-Honig stammt aus dem BlĂŒten-Nektar des neuseelĂ€ndischen Manuka-Strauches, einem Verwandten des australischen Teebaums. Es handelt sich hierbei um einen ganz besonderen Honig, denn seine Heilkraft ĂŒbertrifft jene aller anderen Honige um ein Vielfaches. Warum das so ist und bei welchen gesundheitlichen Problemen er Anwendung findet, erfahren Sie in unserem Artikel ĂŒber Manuka-Honig.

Hinweis: Falls Sie in ErwĂ€gung ziehen, Honig zukĂŒnftig auch als Hausmittel zu verwenden, sollten Sie beim Honigkauf keine Kompromisse eingehen. Nur Bienen, die eine natĂŒrliche, artgerechte Haltung und FĂŒtterung geniessen durften sind in der Lage, einen herausragenden Honig zu produzieren, der nicht nur ausgezeichnet schmeckt, sondern auch die beschriebenen Heilwirkungen ermöglicht. Verwenden Sie daher ausschliesslich hochwertige Bio-Honige oder kaufen Sie Ihren Honig bei einem Imker Ihres Vertrauens.
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